Geht es um feuerhemmende Bauelemente, denkt jeder zuerst einmal an Brandschutztüren. Sie halten für eine bestimmte Weile Flammen und Hitzestrahlung zurück und bleiben bedienbar sowohl als Fluchtweg als auch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

Doch was hat es mit Brandschutzfenstern auf sich? Tatsächlich kommen diese in aller Regel in Produktionsstätten, Bürogebäuden oder anderen Objekten zum Einsatz. Die Verwendung im Privatbereich ist selten, doch spezielle Bausituationen können sie notwendig machen.

Wozu dienen Brandschutzfenster in öffentlichen Bereichen und im Gewerbebereich?

Bei Brandschutzfenstern geht es vor allem darum, ein Feuer möglichst lange einzuhegen – optimalerweise, bevor es in andere Bereiche gelangen kann. Dies ist vor allem dann erforderlich, wenn in der Nähe explosive oder stark brennbare Substanzen / Materialien gelagert sind – oder einfach hohe Sachwerte.

Darüber hinaus geht es natürlich um den Schutz von Personen in stark frequentierten Objekten von Schule bis Krankenhaus. Schlussendlich geht es darum, die Ausbreitung eines Brandes bestmöglich zu bremsen, bis die Feuerwehr eintrifft. Manchmal können sie auch als zweiter Rettungsweg dienen. Hier ist natürlich ein Öffnungsflügel nötig.

Viele Brandschutzfenster lassen sich nicht öffnen! Für ein Brandschutzfenster, welches sich öffnen lässt, braucht es zwingend eine automatische Schließfunktion für den Brandfall.

Wo kommen Brandschutzfenster im Privatbereich zum Einsatz?

Bestimmte bauliche Bedingungen erfordern die Konstruktion von Brandschutzwänden. Diese haben im Normalfall keine Fenster, doch möchte man dort welche einbauen, müssen Brandschutzfenster verwendet werden. Brandschutzfenster verhindern einen Brandüberschlag – sowohl zum nebengelegenen Gebäude als auch von einer Etage zur nächsten.

Wie sind Brandschutzfenster beschaffen?

Da Brandschutzfenster für extreme Temperaturen vorgesehen sind, verbieten sich hitzesensible Materialien wie zum Beispiel Kunststoffe, die beim Schmelzen giftige Dämpfe freisetzen könnten oder Substanzen, welche als Brandbeschleuniger wirken!

Als Verglasung dienen entweder hitzebeständiges Glas oder eine Scheibe mit Drahtgeflecht. Der Rahmen besteht entweder aus Aluminium oder aus Hartholz. Letzteres erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig – sie halten Temperaturen über 200 Grad aus!

Auch die Entwicklung von Qualm ist geringer als zum Beispiel beim weniger geeignetem Kunststofffenster. Holz bildet äußerlich eine Verkohlungsschicht, aber der Kern bleibt erst einmal geschützt.

Verschiedene Klassifizierungen für das Brandschutzfenster

Die Eigenschaften dieses komplexen Bauelements sind genau geregelt nach DIN EN 16034 / DIN EN 13501-2. Diese europäisch harmonisierten Normen sind seit November 2019 gültig. Die alten Feuerschutzwiderstandsklassen von F30 bis F90 werden ersetzt durch komplexere Kürzel, welche verschiedene Klassifizierungen anzeigen (Darstellung leicht gekürzt):

  • „E“ für Raumabschuss – der Widerstandswert gegen Flammen und heiße Gase.
  • „I“ für Wärmedämmung – der Schutz gegen die Übertragung von extremer Hitze, welche im benachbarten Raum zu Entzündungen von brennbaren Materialien oder Verletzungen bei Personen führen kann.
  • „S“ für Rauchdichtheit – der Widerstandwert gegen durchdringende Gase oder Rauch, entweder bei Umgebungstemperatur (Sa) oder auch bei erhöhten Temperaturen (z.B. S200 bei einer Umgebungstemperatur von 200 °C).
  • „C“ für die selbstschließenden Eigenschaften. Fünf verschiedene Klassen geben in aufsteigender Stärke wieder, wie viele Betätigungszyklen vorgesehen sind.

Und als Beispiel – so kann ein feuerbeständiges Brandschutzfenster bezeichnet sein:
EI2 90 S200 (Sa) C2. Klar – die alte Bezeichnung F90 wirkt sicherlich einfacher und eleganter, doch die neuen Bezeichnungen bieten dafür mehr Präzision und Aussagekraft auf einen Blick: Nun, zugegebenermaßen vor allem für den Profi!

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