Bild: iStockphoto,thinkstockphotos.de

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Polizeistatistiken besagen, dass in etwa die Hälfte aller Einbrüche in Ein- und Mehrfamilienhäusern über die Fenster sowie Terrassen- oder Balkontüren erfolgen. Aufgrund der darüber hinaus konstant steigenden Einbruchsrate werden die Forderungen nach besseren Schutzlösungen für den Eigenheimbereich immer lauter. Zu den bevorzugten Täterarbeitsweisen bei Einbrüchen durch Fenster gehören das Aufhebeln der Fensterflügel mithilfe eines Werkzeugs und das Einsteigen durch ein gekipptes Fenster. Bedenklich ist diesbezüglich vor allem die Tatsache, dass fast die Hälfte aller Einbruchsversuche zum Scheitern verurteilt wäre, hätte man die Fenster durch einbruchshemmende Maßnahmen gesichert.

Einbruchhemmende Fenster

Fenster sind komplexe Einheiten, die einem Einbrecher erst dann Widerstand entgegensetzen können, wenn das Zusammenwirken der einzelnen Materialien wie die Güte der Beschläge, des Rahmens und des Glases dies auch ermöglichen. Aus diesem Grund werden einbruchhemmende Fenster stets als Einheit geprüft und zertifiziert. Entsprechend findet sich auf dem deutschen Markt kein einbruchhemmendes Fenster, das nicht zumindest einen WK2-Beschlag besitzt und sich darüber hinaus durch eine hochwertige und durchwurfhemmende Verglasung auszeichnet. Zum System der Einbruchhemmung bei Fensterelementen gehören entsprechend:

  • Rahmen und Flügel
  • Beschläge
  • Griffe
  • Glas und Glaseinsatz
  • Montage und Befestigung am Baukörper

Darüber hinaus sind einbruchhemmende Fenster meist schon für den Einbau von Öffnungs- oder Verschlusskontakten, Einbruchsmeldetechnik oder aber Glasbruchmeldern vorgerüstet; teilweise ist derartige Technik sogar bereits integriert. Entsprechend ist es sowohl bei der Bauplanung eines Eigenheims als auch bei der Durchführung von Modernisierungsarbeiten sinnvoll, über den Einbau einbruchhemmender Fenster nachzudenken. Diesbezüglich sollte stets ein Experte zu Rate gezogen werden, denn es existieren unterschiedliche Widerstandsklassen und die tatsächlichen Sicherheitsmerkmale einbruchhemmender Fenster sind äußerlich nicht erkennbar. In der Regel sind einbruchhemmende Fenster der Widerstandsklasse WK2 für ein normales Eigenheim im privaten Umfeld ausreichend.

Die richtigen Fensterbeschläge

Bei „normalen“ Fenstern sind die in den Fensterflügeln und Fensterrahmen integrierten Beschläge meist nicht stark genug. Häufige Schwachstellen von Standardbeschlägen bestehen in der Verwendung von ungeeignetem Material wie zum Beispiel bruchgefährdetem Zinkdruckguss und dem Einsatz von Rollzapfen. Diese bieten zwar eine ausreichende Wind- und Regendichtigkeit, eine Einbruchshemmung allerdings nicht. Hilfreicher sind dagegen Fensterbeschläge mit Pilzkopfzapfen, denn diese verkrallen sich aufgrund ihrer T-Form mit dem Gegenstück und bieten einen höheren Einbruchschutz. Dieses Merkmal weist beispielsweise der weltweit meistverkaufte Beschlag Roto NT auf. Schon die Basisversion dieses Fensterbeschlags bietet ein hohes Maß an Grundsicherheit. Darüber hinaus bieten Roto NT Beschläge, um ein Höchstmaß an Sicherheit gegen Einbrüche zu erreichen, die Möglichkeit, weitere elektronische oder mechanische Steuerungs- und Sicherheitselemente zu integrieren.

Einbruchhemmendes Glas

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Normales Fensterglas lässt sich leicht zerschlagen oder einwerfen. Verbundssicherheitsglas dagegen ist großflächig schwerer zu durchbrechen und bietet zumindest Schutz vor Steinwürfen. In Allgemeinen besteht Verbundssicherheitsglas aus mehreren Gläsern, die entweder durch reißfeste Kunststofffolien oder aber durch Polycarbonat miteinander verbunden sind. Aber auch schon auf einem Einscheibensicherheitsglas lassen sich Zusatzsicherungen wie beispielsweise die Alarmspinne Sanco Alarm anbringen. Hierzu wird an einer Ecke eine elektrisch leitende Schleife eingebaut und mit einer Alarmanlage verbunden. Kommt es bei einem Einbruch zum Durchschlagen der Scheibe, wird unverzüglich ein automatischer Alarm ausgelöst. Die Sanco Alarmspinne bietet vollflächigen Schutz und zwar bereits bei geringen Eingriffen. Da es sich bei der dieser Alarmspinne nicht um eine einfache Leiterschlaufe handelt, wird durch eine ungewollte Unterbrechung des Stromkreises auch kein Fehlalarm ausgelöst.

Das Nachrüsten bestehender Fenster

Letztlich besteht auch die Möglichkeit, bereits bestehende Fenster nachzurüsten. Dabei wird zwischen der Nachrüstung des Glases und der Beschläge unterschieden, d.h., die bestehenden Fenster müssen nach zwei Kategorien beurteilt werde:

Sehr alte, mit Espagnoletteverschlüssen ausgestattete Fenster sind nicht auf pilzkopfschließende Beschläge nach- oder umrüstbar. Allerdings besteht zur Erhöhung der Sicherheit die Möglichkeit partielle Verstärkungen durch Aufschraubteile anzubringen.

Neuere, mit Eingriffbedienungsverschlüssen ausgestattete Fenster, können in der Regel mit umlaufenden pilzkopfschließenden Beschlägen aufgerüstet werden. Sinnvoll ist es allerdings, vor dem Aufrüsten eine Kosten-Nutzen-Rechnung durchzuführen. Da derartige Aufrüstmaßnahmen recht kostenintensiv sind, sollten Wärme-, Schall- und Isolierungsschutz der bestehenden Fenster geprüft und abgewogen werden, ob ein kompletter Fensterersatz nicht kostengünstiger und effektiver ist. Dazu kommt, das auch das Auswechseln der Gläser beziehungsweise das Aufrüsten mit Verbundsicherheitsgläsern recht preisintensiv ist.