Insektenschutz 1

Die wohl lästigste Nebenerscheinung des Sommers sind Insekten in der Wohnung – besonders nachts im Schlafzimmer rauben einem Mücken, Wespen und Co. den letzten Nerv. Anbieter von Insektenschutzlösungen haben dies längst erkannt und bieten eine Vielzahl von Insektenschutzgittern, -rahmen und -türen an.

Zwischen den einzelnen Systemen bestehen allerdings große Unterschiede, sowohl im Preis als auch in ihrer Wirksamkeit und im Hinblick auf die Optik. Wir stellen Ihnen unterschiedliche Lösungen vor, einschließlich ihrer Vor- und Nachteile – und helfen Ihnen bei der Suche nach dem perfekten Insektenschutz.

Klebegitter: Minimallösung mit Haken

Fliegengitter zum Aufkleben sind einfach zu montieren: Das Insektenschutzgitter wird zunächst passend zugeschnitten; anschließend befestigen Sie es mithilfe von Klebestreifen an der Innenseite des Fensterrahmens. Eine Bohrung ist nicht nötig, das Fliegengitter lässt sich schnell wieder entfernen – und ist damit eine minimalistische Lösung, etwa für Mietwohnungen.

Allerdings hat der Insektenschutz seine Grenzen: Bereits nach wenigen Monaten können die Gitter korrodieren und beim Abnehmen reißen; auch bei starkem Wind stellen Klebegitter keinen sicheren Schutz dar – besonders an einer Terrassentür. Aufgrund der geringen Haltbarkeit kann das Schutzgitter somit auf die Dauer teuer werden – und nicht immer lassen sich die Klebestreifen rückstandslos entfernen.

Auf Qualität und Nutzungsart achten

Es gilt also, auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu achten: Ein günstiger Insektenschutz vom Discounter ist nur im ersten Moment günstig; müssen Sie ihn mehrmals erneuern, wird er auf die Dauer teuer. Investieren Sie also besser in ein belastbares Fliegengitter: Im Fachhandel erhalten Sie Gitterrahmen auch in unterschiedlichen Farben, die zu Ihren Fenstern und Türen passen.

Tipp: Wägen Sie die Montageart vor dem Kauf genau ab! Ein fest eingebautes Fliegengitter ist äußerst unpraktisch, wenn Sie zum Beispiel im Schlafzimmer Ihre Betten auf der Fensterbank lüften möchten.

Spannrahmen: Stabil, aber unflexibel

Ein Spannrahmen (auch als Vorsatzgitter bekannt) lässt sich einfach ein- und aushängen: Hierfür sorgen spezielle Einhängewinkel; für die Befestigung müssen Sie also keine Löcher bohren. Die Konstruktion besteht aus einem Aluminium-Profilrahmen, auf den ein Glasfibergewebe aufgespannt ist.

Bei Standard-Fenstergrößen sind derartige Mückengitter eine sehr preiswerte Lösung, Sondergrößen hingegen werden nach Maß gefertigt und sind entsprechend teurer. Je nach Preislage werden sie mit unterschiedlichen Gewebearten angeboten, darunter auch antiallergische Gewebe, die als integrierter Pollenschutz funktionieren.

Nachteile: Fenster versperrt, Ausbau im Winter nötig

Ähnlich wie ein Klebegitter ist der Spannrahmen fest mit dem Fenster verbunden – und hat deshalb denselben Nachteil: Solange er angebracht ist, versperrt er die Fensteröffnung; das Lüften von Bettzeug sowie die Reinigung des äußeren Fensterrahmens sind nicht möglich. Im Winter müssen Sie die Rahmen außerdem abnehmen und plan lagern, damit der Alurahmen sich nicht verzieht.

Übrigens: Nach einem ähnlichen Prinzip sind Lichtschachtabdeckungen aufgebaut; der Profilrahmen ist jedoch deutlich breiter, außerdem verwendet man für den Lichtschacht ein robustes Edelstahl-Gitter.

Schiebe- oder Drehrahmen: Wie ein zweites Fenster

Schiebeanlagen oder Drehrahmen sind eine praktische Lösung für Fenster bzw. bodentiefe Fenstertüren, die Sie mehrmals täglich öffnen. Je nach Ausführung können Sie Pendeltüren nach innen oder außen öffnen; der Montagerahmen verfügt über einen praktischen Magnetverschluss.

Ein verschiebbares System wiederum ist besonders platzsparend; es wird als Sonderanfertigung im Fensterbau angeboten und nach Maß gefertigt, auch in diversen Sonderformen und -größen. Mithilfe verschiedener Sonderlösungen wie z.B.

  • Tierschleusen
  • als zweiflügelige Ausführungen
  • Abdichtung für schräge Türaustritte bzw. Fensterbänke

können Sie die maßgefertigte Pendeltür oder das zur Seite verschiebbare Schutzgitter exakt an Ihre Vorstellungen anpassen; damit funktioniert die Insektenschutzlösung wie ein zweites Fenster. Bei hochwertigen Modellen besteht die Gaze aus Fiberglas-Gewebe, das sich durch seine hohe Reißfestigkeit und Witterungsbeständigkeit auszeichnet.

Insektenschutzrollos: Variabel und unauffällig

Auch Insektenschutzrollos ermöglichen die komplette Öffnung von Fenstern und Fenstertüren – und zeichnen sich durch einen hohen Bedienkomfort aus. Es handelt sich dabei um einen Rollladenkasten aus Aluminium mit seitlichen Führungsschienen sowie einem Rollo aus Fiberglasgewebe. Genau wie ein herkömmlicher Rollladen lässt er sich mithilfe eines Gurts herunterlassen und wieder hochziehen.

Dabei gibt es verschiedene Einbauvarianten: Die Rollos werden entweder an der Außenseite des Fensterrahmens aufgeklebt oder fest installiert. Letzteres ist zwar aufwändiger, allerdings auch die deutlich stabilere Variante. Fast alle namhaften Fensterhersteller bieten passende Modelle zur Montage an ihren Fenstertypen an – teilweise auch mit Zusatzfunktionen wie z.B. einer Verdunkelung als Sonnenschutz.

Tipp: Besonders für Dachfenster sind abdunkelnde Insektenschutzrollos eine hervorragende Option. Aufgrund ihres geringen Eigengewichts und der Führungsschienen eignen sie sich hervorragend für die Anbringung an einer Schräge; sie bieten einen zuverlässigen Hitzeschutz und erleichtern Ihnen die Fensterreinigung!

Nutzungsart ist entscheidend

Bei der Auswahl der passenden Insektenschutzsysteme kommt es auf die jeweilige Nutzungsart an: Für Fenster in Nebenräumen, die selten geöffnet werden, sind Insektenschutzvlies mit Klebeband oder Klemmrahmen eine günstige Lösung. Für häufig genutzte Terrassentüren oder Schlafzimmerfenster hingegen sollten Sie in einen flexiblen Insektenschutz wie Dreh- oder Schiebeanlagen bzw. Rollos investieren.

In einer Mietwohnung sollten Sie die Anbringung eines Insektenschutzes unbedingt vorab mit dem Vermieter klären. Das Anbohren von Fensterrahmen oder unschöne Kleberückstände von günstigen Fliegengittern führen oftmals zum Streit; auch in diesem Fall sind Klemmrahmen zum Einklemmen oder Rollos eine kluge Alternative, da sie sich spurenlos entfernen lassen.

Diese sind zwar meist teurer in der Anschaffung, dafür bieten sie deutlich mehr Komfort, eine längere Lebensdauer – und machen sich somit im Lauf der Jahre gleich mehrfach bezahlt.

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